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Feldlerche

1000 Äcker für die Feldlerche


 Mit einfachen und freiwilligen Maßnahmen die Feldlerche fördern!

Die Bestände der Feldlerche gehen seit Jahren deutlich zurück. Zur Förderung der Feldlerche haben der Deutsche Bauernverband und der NABU Bundesverband erstmals ein gemeinsames Projekt vereinbart

 

Durch die Anlage von „Feldlerchenfenstern“ sollen die Bedingungen für Feldlerche & Co. spürbar verbessert werden. Hierfür ist jedoch die Unterstützung durch möglichst viele Landwirte nötig. Das Niedersächsische Landvolk unterstützt das Projekt und ruft zur Teilnahme auf. 

Feldlerchenbestände gehen zurück

Die bekannteste Vogelart der offenen Kulturlandschaft ist die Feldlerche. Mit Ihrem trillernden Gesang zählt sie zu den ersten Frühlingsboten in der Feldflur. Doch ihre Stimme ist heute vielerorts immer seltener zu hören. Auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands wird die Feldlerche mittlerweile als gefährdet geführt. Die Gründe für den Rückgang sind mittlerweile gut bekannt. Demnach hat der Rückgang des Sommergetreideanbaus dazu geführt, dass die Feldlerche nicht mehr genügend Bruterfolg hat. Denn im Wintergetreide, das bereits im zeitigen Frühjahr dicht und hoch aufwächst, findet die Feldlerche am Boden häufig keine geeigneten Stellen zur Nahrungssuche, um ihre Jungen zu versorgen. Hinzu kommt, dass im Verlauf der Brutzeit immer mehr Nester an Fahrspuren angelegt werden, weil die Lerchen offene Stellen zum Einfliegen brauchen. An Fahrspuren werden die Gelege jedoch häufig von Raubtieren gefunden und geplündert. In der Folge sinkt der Bruterfolg der Feldlerche so stark, dass die natürliche Sterblichkeit der Altvögel nicht mehr ausgeglichen werden kann. 

Die Lösung: Feldlerchenfenster

Als Ausweg wurden von Landwirten und Naturschützern in Großbritannien sogenannte Feldlerchenfenster entwickelt. Die Idee ist einfach: Bei der Aussaat der Hauptfrucht wird für einige Meter die Sämaschine angehoben. Dadurch entsteht eine kleine, künstliche Störstelle inmitten des Ackers. Feldlerchenfenster sollten eine Größe von rund 20 m² haben und können ansonsten wie das übrige Feld mitbewirtschaftet werden. Zwei dieser Fenster pro Hektar sind ausreichend, um den Bruterfolg der Feldlerche deutlich zu erhöhen. Die Feldlerchenfenster wirken sich auch positiv auf viele andere Feldtiere wie das Rebhuhn und den Feldhasen aus. Durch den geringen Flächenbedarf pro Hektar ist der Ernteausfall durch die Lerchenfenster niedrig und der Arbeitsaufwand gering. 

Das Feldlerchenprojekt

Der Deutsche Bauernverband und der NABU Bundesverband wollen mit dem gemeinsamen Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“ einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft leisten und die Bestände der Feldlerche als typische Vogelart der offenen Kulturlandschaft fördern. Ziel ist es, möglichst viele Landwirte für die Anlage von Feldlerchenfenstern zu gewinnen, um bundesweit die symbolische Summe von 1.000 „lerchenfreundlichen“ Äckern zu erreichen. NABU und Bauernverbände versprechen sich von dem Projekt zudem eine kooperative Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz. Die Projektmaterialien und ein Erfolgsmonitoring werden von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert, die Landwirte nehmen unentgeltlich teil. Die Anlage der Lerchenfenster soll bereits mit der Herbstaussaat 2009 beginnen. Auf diese Weise können sich Landwirte freiwillig, unbürokratisch und schnell im kooperativen Naturschutz engagieren. Als Anerkennung für ihr freiwilliges Engagement erhalten teilnehmende Landwirte auf Abruf eine Hinweistafel zur Aufstellung am Ackerrand („Vogelfreundlicher Acker“). 

Feldlerchenfenster – so wird’s gemacht:

 Wo anlegen?

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• im Wintergetreide, Raps und Mais, gerne auch in anderen Hauptfrüchten

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• bevorzugt in Schlägen ab fünf Hektar Größe 

Wie anlegen?

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• Sämaschine für einige Meter anheben (Richtwert: 20 m² pro Fenster) 

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Beispiel:

Arbeitsbreite der

Sämaschine (m)

Ausheben der

Sämaschine (m)

3

6-8

4

4-6

6

3-4

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 • zwei Fenster pro Hektar

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• maximalen Abstand zu Fahrgassen lassen

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• mindestens 25 m Abstand zum Feldrand

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• mindestens 50 m Abstand zu Gehölzen, Gebäuden usw.

 Die Mindestabstände sind wichtig, da Füchse bevorzugt in Fahrgassen und am Feldrand jagen. Feldgehölze dienen Krähen als Ansitzwarten. 

Wie bewirtschaften?

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• Die Fenster können nach der Aussaat wie der Rest des Schlages mitbewirtschaftet werden. 

Was ist mit Unkräutern?

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Da die Fenster wie der übrige Acker auch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden können, kommen nur wenige Unkräuter auf. Sie wirken sich in der Fruchtfolge nicht negativ aus. 

Machen Sie mit – jeder Acker zählt!

Wenn Sie am Feldlerchenprojekt teilnehmen möchten, gehen Sie bitte folgendermaßen vor: 

  1. 1.) Überlegen Sie sich, wie viele Feldlerchenfenster Sie auf Ihren Äckern anlegen möchten und können.

  2. 2.) Senden oder faxen Sie die ausgefüllte Antwortkarte möglichst bald an die angegebene Adresse. Sie können die Informationen auch per E-Mail übermitteln.

  3. 3.) Legen Sie bei der nächsten Aussaat die Feldlerchenfenster wie angegeben an. Änderungen teilen Sie dem Michael-Otto-Institut des NABU bitte mit.

 

Interessierte Landwirte können sich entweder an den zuständigen Kreisverband des Landvolkes, den Deutschen Bauernverband (030/31904-0, s.pingen@bauernverband.de) oder das Michael-Otto-Institut im NABU (04885/570, dominic.cimiotti@nabu.de) wenden. 

 

 

 

 

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