Bundesweiter
Protesttag gegen die Reformvorschläge zur Zuckermarktordnung
am Freitag, 15. Juli: „Über 70.000 Existenzen gehen in die Luft“
Noch wachsen die Zuckerrüben auf den Feldern in Göttingen.
Die EU-Kommission hat
am 22. Juni eine radikale Veränderung der Zuckermarktordnung mit
Preissenkungen für die Rüben bis zu 43 % vorgeschlagen. Sollten diese
Vorschläge unverändert beschlossen werden, droht in unserer Region –
dem seit 125 Jahren praktizierten und wirtschaftlichen Zuckerrübenanbau
der Niedergang und der Verlust von unzähligen Arbeitsplätzen auf den
Bauernhöfen, in den Zuckerfabriken und im vor- und nachgelagerten Bereich
des ländlichen Raumes. Zur Erläuterung: Der heimische Zuckerrübenanbau
ist eng mit der Zuckermarktordnung der Europäischen Union verknüpft. Die
Marktordnung ermöglicht den Landwirten einen wirtschaftlichen Rübenanbau,
ist aber trotzdem für den EU-Haushalt kostenneutral und belastet den
Steuerzahler nicht.
Die Rübenanbauer mit
ihren berufsständischen Verbänden und die Mitarbeiter in den
Zuckerfabriken protestieren einige Tage vor der ersten Beratung im Europäischen
Agrar-Ministerrat in Brüssel gegen diese brutalen und überzogenen
Vorschläge.
In allen Rübenanbaugebieten
Deutschlands werden am 15. Juli Luftballons zu einem Wettflug in
der Zahl der in den einzelnen Regionen Betroffenen in die Luft steigen.
Damit soll der Öffentlichkeit und den Politikern symbolisch vor Augen geführt
werden, wie viele Existenzen im ländlichen Raum von den radikalen Änderungsvorschlägen
der Zuckermarktordnung bedroht werden.
Das
Aktionsbündnis Existenzfrage-Zucker (www.existenzfrage-zucker.de)
lädt alle Landwirte, Mitbürgerinnen
und Mitbürger zu dieser Protest-Aktion ein
Freitag,
den 15. Juli 2005 von 11 bis 13 Uhr Gänseliesel
/
Rathausplatz Göttingen
Vertreter der Rübenanbauer-
und Bauernverbände, der Zuckerunternehmen und der Gewerkschaft werden zu
den Reformvorschlägen und deren Auswirkung Stellung nehmen und
informieren.