Landvolk fordert leistungsgerechte Preise vom HandelKnapp 3000
Landwirte kamen am 16.4. nach Oldenburg zur Kundgebung des Verbandes, um
Verbraucher und Handel aufzufordern, für Fleisch und Milch leistungsgerechte
Preise zu zahlen.
„Als Partner in der Wertschöpfungskette für Lebensmittel müssen wir Bauern
leistungsgerechte Preise erhalten", forderte Landvolkpräsident Werner Hilse.
Die Landwirte selbst müssten deutlich mehr für Futtermittel, Dünger, Energie
oder Löhne ausgeben, während auf der Einnahmeseite ständig weniger in die
Kassen komme. „Die Preise lassen uns kaum Luft zum Leben", so drastisch
formulierte es der Wittlager Sauenhalter und Kreisvorsitzende Andreas Kroll,
selbst von der Preismisere bereits zum dritten Mal und dieses Mal besonders
hart getroffen. Schweinehalter müssten ihre Erzeugnisse seit mehr als einem
Jahr "quasi verschenken". Wie schlimm die Situation zurzeit ist, rechnete
Schweinehalter Martin Roberg aus Bevern in seinem Redebeitrag vor. Stelle
man Vollkosten vom Ferkel bis zum Mastschwein und Erträge gegenüber, machten
die Halter pro Mastschwein derzeit ein Minus von 38 € und pro Ferkel von 9
€. Für einen in der Region durchschnittlichen Betrieb mit 150 Zuchtsausen
bzw. 1200 Mastplätzen bedeute dies übers Jahr gerechnet einen Verlust von
rund 32 000 bzw. rund 120 000 Euro. „Die Preise für unsere Produkte müssen
rauf – ohne Wenn und Aber." 2 statt der aktuellen 1,40 € müssten die
Schweineerzeuger pro kg bekommen, forderte Roberg.
Dr. Heinz Schweer vom Schlachtkonzern Vion forderte endlich
Veterinärabkommen der Bundesrepublik mit Ländern wie Südkorea, Südafrika,
Japan oder China. Er gab zu bedenken, dass Deutschland Schweine inzwischen
über Bedarf produziere und als Exporteur vom Weltmarkt abhängig sei. Allein
im vergangenen Jahr seien 53 Millionen Schweine und damit 9 Millionen mehr
als noch in 2001 geschlachtet worden.
In engagiert vorgetragenen Statements zeigten die Landwirte, welche
Folgen der Preisdruck bei gleichzeitig höheren Ausgaben für Futter,
Düngemittel, Energie und Löhne für ihre Betriebe hat. Der Handel solle nicht
nur mit Slogans wie „Wir lieben Lebensmittel" werben, sondern sich auch
seiner Verantwortung für eine nachhaltige Lebensmittelversorgung bewusst
werden und entsprechende Preise zahlen. Das Medieninteresse an der
Veranstaltung war sehr gut - in Funk und Fernsehen sowie in den
Tageszeitungen wurde das Anliegen sehr objektiv aufgegriffen.