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Veredelungstag


Tierärztl Institut der Uni GÖ
AG Schwein der Uni GÖ


Besamungsgenossenschaft
 


Landvolk Göttingen
 

Veredelungstag 2011
Mittwoch 23. Februar 2011
Tierärztl. Institut der Uni (Nordbereich) Burckhardtweg 2, 37077 Göttingen

Einladungsflyer         Land und Forst 9-2011

Dr. Wilhelm Wemheuer und Huber Kellner konnten pünktlich um 9.30 Uhr fast 100 Gäste begrüßen.
Danach widmete sich Herr Dr. Mörlein in seinem Vortrag dem aktuell heiß diskutierten Thema Ebergeruch. Zunächst beleuchtete er, wie die Kritik an der betäubungslosen Kastration in den vergangenen drei Jahren an Fahrt aufnahm. Auf Initiative von Tierschutzorganisationen gelange die Ferkelkastration zunehmend in die Medien und bedeutende Akteure des Lebensmitteleinzelhandels forderten vor dem Hintergrund einer unzureichenden Verbraucherakzeptanz den Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration. Politik und Wirtschaft seien sich einig, dass nach der derzeit praktizierten Übergangslösung, der Schmerzmittelgabe vor dem Eingriff, ein völliger Verzicht auf die Kastration bis spätestens 2018 durchgesetzt werden wird.
Somit würde die Jungebermast mittelfristig die Mast von Kastraten ablösen. Daher bestehe ein hoher Forschungsbedarf bezüglich des Ebergeruchs, der sich negativ auf den Schweinefleischabsatz auswirken könne. Herr Dr. Mörlein beschrieb anschließend die wesentlichen Substanzen des Ebergeruchs, das Skatol und das Androstenon. Dann ging er auf die Problematik der noch nicht praxisreifen technischen Detektion und die fragwürdige Aussagefähigkeit von Grenzwerten ein. Erste Konsumententests zeigten ermutigende Ergebnisse, weitere Untersuchungen auf dem Gebiet der Sensorik seien aber nötig. Auch die Zucht könne innerhalb weniger Jahre  den Anteil der geruchsauffälligen Tiere senken.
Herr Eynck von dem größten deutschen Schlachtunternehmen Tönnies konnte an das Thema seines Vorredners anknüpfen und ging der Frage nach, ob Eberschlachtungen in die Praxis umsetzbar seien. Er stellte dem Kernthema Eberschlachtung eine Kurzvorstellung des Unternehmens Tönnies voran. 18 000 Landwirte ermöglichten 2010 mit ihren Lieferungen die Schlachtung von 15,2 Mio. Schweinen, von denen über 50 Prozent in den Export gingen. Bezüglich der aktuellen Diskussion betonte er, dass unter allen Alternativen zur betäubungslosen Kastration die Mast von Jungebern auch nach Auswertung von Praxisversuchen am geeignetsten erscheine. Seit dem 15.11.2010 habe Tönnies eine Abrechnungsmaske für Masteber. Das Eberfleisch werde nur auf Bestellung ausgeliefert. Herr Eynck ist zuversichtlich, dass eine flächendeckende Jungebermast in Deutschland funktionieren könne.
In der Mittagspause gab es Steaks und Würstchen vom Grill. Obwohl es sich um Eberfleisch handelte, konnte niemand eine deutliche Geschmacksabweichung feststellen. Ist dies ein weiterer Hinweis dafür, dass der Ebergeruch weniger problematisch ist als zunächst angenommen?
Nach der Mittagspause berichtete Herr Dr. Presuhn von farm concepts über Maßnahmen, die bei der Umsetzung der gestiegenen genetischen Leistungsfähigkeit in der Sauenhaltung hilfreich sein können. In der Einführung beleuchtete er die kooperierenden Zuchtunternehmen Hülsenberger Zuchtschweine und ADN. In diesem Zusammenhang ging er auf die französischen Zuchtstrategien für das Merkmal Fruchtbarkeit ein. Anschließend behandelte er die Kernthemen Jungsaueneingliederung, Fütterung in der Trächtigkeit, Geburtsvorbereitung und das Management großer Würfe. Eine empfehlenswerte Jungsauenquarantäne beinhalte eine zweiwöchige Observations- und eine mindestens vierwöchige Adaptationsphase. Bei der Fütterung in der Trächtigkeit sei zu beachten, dass bis sechs Wochen nach der Belegung eine gute Körperkondition wiederhergestellt werde. Neben einer sauberen Haltungsumwelt seien bei der Geburtsvorbereitung die Gesundheitskontrolle und die Wasserversorgung der Sau entscheidend für hohe Leistungen im Abferkelstall. Ist der Einsatz von Ammensauen beim Management großer Würfe vorgesehen, dürfe man die Kosten für zusätzliche Abferkelplätze nicht unterschätzen. Daher sei das Augenmerk auf die Maximierung / Optimierung der Kennzahl abgesetzte Ferkel / Abferkelbucht zu richten.
Herr Prof. Spiller vom Lehrstuhl „Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte“ der Universität Göttingen zeigte als letzer Referent des Tages mit dem  Vortrag „Akzeptanz moderner Tierhaltung nach dem Dioxinskandal – Handlungsmöglichkeiten der Landwirtschaft“ wie es um die öffentliche Wahrnehmung der Tierhaltung steht und wie man diese verbessern kann. Er unterstrich, dass neben dem Vermarktungsverlust von 70 Mio. Euro auch ein Ansehensverlust als Folge des Dioxinskandals zu verzeichnen sei.
Trotz der Erfolgsgeschichte der deutschen Ernährungswirtschaft, die durch Effizienzsteigerungen zu günstigen und hochwertigen Lebensmitteln führte, sei in der Qualitätspresse und vor allem im Internet eine überwiegend negativ gerichtete Berichterstattung über die Ernährungswirtschaft zu verzeichnen. Besonders die Produktivität stehe in der Kritik. Während 40 Prozent der Konsumenten die Natürlichkeit der Produktivität vorziehen, liege der Marktanteil entsprechender Produkte am Point of Sale lediglich bei zehn Prozent. Es bestehe also eine Diskrepanz zwischen Wunsch- und Preisökonomie. Als Handlungsempfehlung für die Ernährungswirtschaft schlug Herr Prof. Spiller die Abkehr von der passiven PR-Strategie vor. Es solle eine aktivere Öffentlichkeitsarbeit mit dem Schwerpunkt der Vertrauensbildung betrieben werden, da in diesem Zusammenhang Vertrauen wichtiger sei als Informationen. Verbraucher vertrauten dem Landwirt als Person stärker als der Ernährungsindustrie. Hier gebe es also bisher noch ungenutzte Möglichkeiten für eine verbesserte Vermarktung. Dem Vortrag schloss sich eine lebendige Diskussion an.

 




 





 

 

 

 

 

 

 



 

9:30

Begrüßung
       Hubert Kellner, Landvolk Göttingen

9:40

Ebergeruch (k)ein Problem?
      Dr. Daniel Mörlein, Uni Göttingen

10:45

Sind Eberschlachtungen in der Praxis umsetzbar?
     Hans Jörg Eynck, Tönnies Fleisch

12:00

Mittagessen
Gegrilltes Eberfleisch im Selbstversuch mit Sensorikprüfung

13:00

29 und mehr Ferkel pro Jahr
Wie kann die genetische Leistungsfähigkeit umgesetzt werden. Hinweise am Beispiel der ADN - Hülsenberger Zuchtschweine."
     Dr. Ulrich Presuhn, farm concepts GmbH & Co. KG, Wahlstedt

14:15

Akzeptanz moderner Tierhaltung nach dem Dioxinskandal – Handlungsmöglichkeiten der Landwirtschaft
     Prof. Dr. Achim Spiller, Uni Göttingen

15:00

Schlusswort 

 

 

 

 
            

 

     

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